am 1. April 1921 erfand Jacob Levy Moreno aus einer Aufführungs-Situation in Wien diese Methode, wie er "aus dem Stegreif" erzählte, die er als Arzt und Psychotherapeut liebte: In jüdischer Familie aus Rumänien aufgewachsen, studierte er 1909-1917, arbeitete dann in einem Flüchtlingslager, bis er selbst 1925 in die USA ging.
Psychodrama wächst in meinen Artikeln gerade erst … wie in
https://gestaltleben.wordpress.com/2026/01/26/forumtheater-von-der-aufstellung-zum-soziodrama/
Soziodrama ist die gesellschaftliche Weiterführung des Psychodram, das mehr auf die persönliche Problemlösung konzentriert ist: Wie in der Selbsthilfe kann eine Gruppe mit den Methoden selbst weiterarbeiten, und bleibt nicht an den persönlichen Anteilen stehen, sondern blickt auf die politischen und wirtschaftlichen Umstände.
Praktische Theater-Methoden für psychische Gruppenarbeit Angebot für einen etwa 3-stündigen Workshop für eine beliebig große Gruppe, wenn ein entsprechend großer Raum zur Verfügung steht, oder im Freien …
(wegen einer Störung in der Verwaltung meines Wiki müssen derzeit die Links nach der Fehlermeldung noch einmal angeklickt werden)
Ausgehend von verschiedenen Themen um Philosophie und Sprache war mir die Fähigkeit von Augusto Boal, im Forumtheater und der ganzen Reihe von Methoden im Theater der Unterdrückten eine einfache Theatersprache aller Beteiligten in einem Theaterworkshop mit allen Sinnen zu entwickeln, noch einmal richtig präsent geworden.
In seinen letzten Jahren hatte er sich sehr mit den Arbeitsweisen des Soziodrama beschäftigt, was sich in seiner Methode des „Regenbogen der Wünsche“ niedergeschlagen hatte.
Paulo Freire nannte die Szenen-Arbeit, die wir ihm und dem Publikum seines Vortrages 1994 in München zur Begrüßung zeigten, die gelungendste Umsetzung seiner Gedanken … alunaminga.org/tertulia-freireana-gemeinsam-denken-diskutieren-und-gestalten. In der englisch-sprachigen Literatur wird – wie in ecopedagogy – Paulo Freire als Grundlage kritischen Denkens zitiert.
Augusto Boal bei seinem letzten Workshop in Linz 2004
Mein Hintergrund: Theaterpädagogik, Gestalt und Supervision Gelernt mit Augusto Boal seit 1981, gab und veranstaltete ich zahlreiche Workshops und Tagungen auch mit ihm, zuletzt in München zur Frage der Umsetzung des Legislativen Theater in Europa, eine (leider akustisch schlechte) Aufnahme seiner Rede im Wiener Justizministerium dazu gibt es auf Youtube.
Forumtheater in der Art von Augusto Boal war vor Jahren schon einmal ein sehr gefragter Artikel in der innovativen Bildungsarbeit, zwischen Fortbildungen der Jugendarbeit, Evangelischen Akademien, in der politischen Bildung, sogar geprüft und anerkannt durch die Bundeszentrale für politische Bildung,
Fortbildungen für Lehrer, Pfarrer, mit GemeindepädagogInnen und „Krankenhauspersonal“ in der Friedensarbeit im Ost-Untergrund und im ASA-Programm der Carl-Duisberg-Gesellschaft zur Vorbereitung von Auslands-Studien-Aufenthalten.
wie psychologischen Beratenden, sozialen Kontaktstellen, fachlichen PädagogEn … wenn es um intensive Zusammenarbeit, aber auch um die eigenen Arbeitsbedingungen und das politische Umfeld geht: Wie vertreten wir uns und die Themen unserer Klientels nach draußen?
Neben Zukunftswerkstätten in der Tradition von Robert Jungk Auch in Zukunftswerkstätten können die Methoden der Theaterarbeit manche Themen anschaulich machen, wenn die Gruppe mit den Methoden schnell vertraut gemacht worden ist. Da reichen oft schon kleine Erlebnisbilder und Szenen der zukünftigen Auseinandersetzung.
In den Trainingskollektiven für Gewaltfreie Aktion, in neuen Projekten der politischen Bildung in Ost und West war die Verbreitung groß, waren Kurzfassungen in den Handbüchern zwar oft zu mager, aber viele fanden dabei den Einstieg in andere Kommunikationsformen.
in München, Berlin und weiteren Städten: Damals hatten wir noch Zwei-Wochen-Workshops mit Augusto Boal, nach Einstiegs-Wochenenden, und in Beteiligung aller Theater-Berufe und -Sparten. Sofortige Aktionen und ihre Nachbesprechung begleiteten zum Beispiel den Reagan-Besuch in Berlin.
Der Europäische Arbeitskreis Bewusstseinsbildung wurde zur Paulo Freire Gesellschaft, die Zeitschrift für befreiende Pädagogik brachte die Ideen und Praxis der gemeinsamen Lern-Strategien für ein welt-bewusstes Leben, arbeitete zur Lern-Autonomie, im Gegensatz zum Stoff-Plan der Schulen. Kritische Theorie
Der Daumen steht bei den Handlinien für das Ich, in meiner Faustregel für die Sexualität. Keine Lernorte, keine angenehme Sprache, aber gezielte Vermarktung und massive Personenzerstörung durch Anreizung, Moral und Schuldgefühle sind die deutlichsten Anzeichen.
Der Zeigefinger wird für das Du benutzt, in meiner Faustregel für das Thema Geld, das unsere Beziehungen bestimmt. Von den Sprüchen „Geld verdirbt die Freundschaft“ und „Über Geld spricht man nicht, Geld hat man“ bis zur Frage nach Reichtums- und Klassenunterschieden und das geistige Verbot des Wortes ‚Kapitalismus‘ ist es von Geheimniskrämerei umgeben und könnte unsere Beziehungen sehr gut offenlegen. Der Mittelfinger ist dem Thema Religion oder auch dem Sinn des Lebens zugeordnet. Entweder das Fertigpack einer Konfession, oder die Do-it-yourself-Version von Atheismus und Freidenkern; Taufe, Initiation, Hochzeitsritus und Begräbnis inbegriffen oder nicht… ein offenes Gespräch jenseits der Vokabeln der Pfarrer ist kaum möglich.
Der Ringfinger ist den längerfristigen Beziehungen zugeordnet, in meiner Arbeit den Themen Krankheit, Tod, Abschied, also den Störungen dabei. Vor allem die Trauer, die Zulässigkeit tiefer Gefühle und ihr gesellschaftlicher Ausdruck sind so behindert, dass Beerdigungen und Abschiede sehr oft in peinlichen Formalismen stecken bleiben.
Der kleine Finger übernimmt die restlichen Themen von abweichendem Verhalten: Anders sein. Lesbisch oder schwul, behindert oder farbig, andersgläubig oder für eine Gesellschaft unpassend, alle Außenseiter wie auch Berühmtheiten, inbegriffen. Die Angst vor dem Fremden bleibt sprachlos und aggressiv, wird in Witzen und Unterstellungen oberflächlich abgehandelt.
Es fehlt die Sprache, sie wirklich treffend anzupacken, gleichzeitig liegt eine Geschwätzigkeit der Ablenkung darüber. Paulo Freire verwendet die Begriffe ‚Mythos‘ und ‚Kultur des Schweigens‘: Wir haben immer gute Gründe, nicht darüber zu reden. Wenn wir es trotzdem wollen, geht es nicht: Wir kommen vom Thema ab, werden unruhig, müssen rauchen… Wenn wir plötzlich müde werden, gähnen, Kopfschmerzen bekommen – und auf einmal gar nicht mehr wissen, was wir gerade wollten: dann haben sie gut gearbeitet, unsere Polizisten im Kopf.
Es ist gut, viel über sie zu wissen, aber es ist so unsinnig wie bewaffneter Kampf gegen Panzerwagen, wie Militär gegen Terrorismus, mit Gewalt gegen sie losziehen zu wollen. Weil sie von unserer eigenen Angst genährt sind, können wir sie nur sanft und nach ihren eigenen Prinzipien, mit gewaltfreier Methodik und Intelligenz, überlisten.
1994 war Paulo Freire in München, forderte uns auf, unser schlechtes Gewissen zu lassen: Ein Hindernis für De-Kolonialismus. Auch in der Arbeit mit Geflüchteten auf Privic in der kroatischen Adria, ein Inseldorf begegnen wir „feindlichen“ bosnischen Jugendlichen und Frauen in der Unterkunft
1995 Fortbildung und Konferenz mit Augusto Boal in Gauting und München, und später mein Workshop im Museum der Revolution auf Cuba
1996 Zweite geplante Reise von Paulo Freire durch Deutschland, doch die geplante Begegnung mit Jürgen Habermas musste aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden
1997 Internationale Treffen mit Augusto Boal beim „Ripple Effect Toronto„, mit KollegInnen aus aller Welt, herausragend Indien und Japan) mit etlichen Workshops und Aufführung des „Regenbogen der Wünsche“ und im Herbst kollegiale Workshops und Fortbildung mit Augusto Boal in München, Besuch beim Kulturreferenten
1999 mit Augusto Boal in München Europäische Konferenz zum Legislativen Theater: Symbolism in Munich und die praktische Umsetzung von fünf sehr treffenden Themen in Szenen im Rathaus
2000: Curingas, die Mitarbeitenden von Augusto Boal in Rio, auf der Reise durch die Forum-Szene in Deutschland: Szenen verändern
Kopftuch-Szenen im Bayrischen Landtag, Tübingen, Lingen, Berlin, Bielefeld … 2004 in Linz: Wieder wieder einmal in der Arbeiterkammer …
Hochschulen, Angewandte Sozialwissenschaft München und Regensburg, Alice Salomon-Hochschule Berlin, Burg Giebichenstein Halle, Hochschule für Kunsttherapie Ottersberg, Kunstakademie München … Volkstheater-Elemente, Bauerntheater, Geschichtsarbeit, Altenpflege, Seniorentheater: Zwei Modelle, Die Räuber von Menzing Psychotherapie: Forumtheater und Gestalt Demokratie? Räte-Gedanken …
2025: 30 Jahre Lehraufträge an der Hochschule München
Sind manchmal ausführlicher, manchmal gar nicht dokumentiert: https://fritz-letsch.jimdofree.com und http://fritz-letsch.eineweltnetz.org
Die Sehnsucht nach wirklicher gemeinschaftlicher Selbstbestimmung
Das Forumtheater als zentrale Methode im Theater der Unterdrückten von Augusto Boal bezieht sich auf die Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire, weitergeführt zur Pädagogik der Befreiung und zur Pädagogik der Hoffnung und der Pädagogik der Autonomie.
Aus dem Forumtheater wurde im gemeinschaftlichen Forschen und Lernen auch das Bilder- und das Zeitungstheater entwickelt, das Unsichtbare Theater entstand unter den Situationen der Diktatur und Unterdrückung, das Legislative Theater in den Situationen der Befreiung und der parlamentarischen Macht-Kontrolle.
Mit einer Ästhetik der Unterdrückten schloss Augusto Boal kurz vor dem 2. Mai 2009 sein Lebenswerk ab, auf den Tag 12 Jahre nach Paulo Freire, dessen Gedächtnis wir 1997 in Toronto beim internationalen Festival des Theater der Unterdrückten begangen hatten.
Alphabetisierung, wie sie Paulo Freire später für den Weltkirchenrat in den französisch-sprachigen Ländern Afrikas verbreitete, entstand als Grund-Idee in einer konkreten Situation in Brasilien: Eine gemäßigte Regierung zwischen den Militär-Diktaturen hatte in den 60er Jahren vor Wahlen angekündigt, dass nur Leute, die Lesen und Schreiben können, auch zur Stimmen-Abgabe zugelassen werden.
Im Nu hatten die Studierenden mit Paulo Freire einen Plan: Wenn sie in den nächsten Semester-Ferien in ihre Heimatdörfer zurückkehren, führen sie alle dort einen schnellen Grundkurs für alle Bewohnenden ihres Dorfes durch:
Lesen und schreiben der wichtigsten Wörter, der generativen Themen der Menschen, ist innerhalb ein paar Tagen möglich: Die portugiesisch-brasilianische Sprache baut auf wenigen wiederkehrenden und variierten Silben auf, die Schlüsselthemen der MitbürgerInnen zwischen Arbeit, Wasserversorgung und aktuellen Sorgen waren schnell in Worten gesammelt und ausgetauscht, für die Wahlen erschlossen. Lernen im Dialog
Die Worte bringen uns dann – wie im Theater bei Augusto Boal die Szenen – in konstruktive Auseinandersetzungen: Bestätigungen und Vertiefungen, neue Fragen und Widersprüche der Interessen. Das Bankiers-System in der Schule
glaubt immer noch an eine weiter zu gebende Wissensfülle, wie sie in unseren Schulbüchern steht, statt irgendwann wirklich zu akzeptieren, dass das eigene Forschen Lernen und auseinander setzen auch bei Kindern tatsächlich Fähigkeiten entwickelt und sichert.
Wie ein Bankier macht die Lehrkraft eine Einlage in das Gehirn der Schüler, und erwartet in der Abfrage eine korrekte Wiedergabe, keine kreative Veränderung oder konstruktive Verarbeitung. Das Bulimie-Lernen ist auch an den Hochschulen durchgesetzt worden, durch die „Bologna-Reform“ in ECS-Zertifikate verwandelt, in Multiple Choice wie die Führerscheinprüfung auf „Richtigkeit“ reduziert.
Nürnberger Trichter war der alte Begriff, den die neuen selbstorganisierten Lerngruppen des Wandervogel schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts in ihrer europäischen Bewegung als alten Denkfehler der Lehrer und Schulen entlarvten und mit einer Bewegung zu neuen Medien und eigenen selbstorganisierten Arbeits-Lagern entwickelten (ja, erst die Nazis pervertierten den neuen Ansatz!)
Adolf Reichwein entwickelte die Zeitleiste und den Schul-Film, er kam aus dem Wandervogel und beschäftigte sich mit den Formen der Reformpädagogik, am Ende sollte er in einer Regierung nach Hitler zum Kultusminister werden, was ihm den Tod durch Hinrichtung 1944 brachte.
Deutschland war in jenen Zeiten führend in der Reformpädagogik gewesen, und vor allem jüdische Seminar-Schulen hatten neue Formen des eigenständigen Lernens entwickelt, bevor sie zu fliehen hatten: Die meisten hatten frühzeitig die Bedrohung erkannt, in anderen Ländern ihr Überleben gesichert.
Auch Biografie ist Forschung – mit Zielgruppen? https://fritzl.blogspot.com/2020/12/40-jahre-theaterpadagogik-und-kritische.html
Paare stehen eingehängt, nur eines „spielt fangen“, bis sich die / der Verfolgte bei einem anderen Paar einhängt: Die / der nun Dritte am anderen Ende wird nun FängerIn und stürzt sich auf die / den bisherigen Fangenden. Falls gefangen wird, wechseln ebenfalls sofort die Rollen… Statuen bauen
*1954 rel päd grad und mal gelernter Schauspieler, über die Theaterpädagogik, die es vorher in der Arbeitsagentur noch gar nicht gab, aber dann auch in der Künstlersozialkasse seit etwa 1982 Als Gestalt-Coach und Supervisor lernte ich schon in der Ausbildung, dass ich „ein mächtiges Werkzeug“ (bayr. hoher Sozial-Beamter) hätte, aber die Mächtigen wissen es zu meiden.
http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de
Fritz Letsch, *1954, war bis 1981 kath. Gemeindepädagoge, dann als freiberuflicher Theaterpädagoge vor allem mit dem Theater der Unterdrückten quer durch Europa in Bewegungen und Akademien wie Hochschulen unterwegs, baute mit Kolleg*innen die grün-nahe Regenbogenstiftung Bayern und nach der Wende die Bildungswerkstatt Brandenburg, brandung, auf. Seit 2005 Gestalttherapeut und Job-Coach, Sexualpädagoge.
Lehraufträge an Hochschulen, Supervisionen, seit 25 Jahren in Auseinandersetzung mit Gestalt-Therapie und in Open-Space-Projekten. Engagiert als Theaterpädagoge, Zukunftswerkstatt- und Radio-Moderator, Gestalt-Supervisor. Interessiert an Beratungen zur Transition-Town.
gestalt und zukunftswerkstätten und Mein katholischer Lebenslauf https://ketzerbrevier.blogspot.com/2021/02/mein-katholischer-lebenslauf-aus-dem.html persönliches Netzwerk
Quarterly und die Reflexion der Geschichtsarbeit bringen mich zu psychischer Geschichtsarbeit als Start mit Forumtheater wie mit Angel Angst und der Vorstellung, einen Theaterabend mit Musik zu gestalten, der anschließend in Selbsthilfe und Selbstorganisation münden kann:
neue Formen der Gestalt-Arbeit entwickeln und eine Existenz jenseits von Kassensitz, Praxis- und Therapie-Abrechnung in Volkshochschulen, Berufs-Verbänden, Klimagruppen, …
vernetzt mit der Bewegung von gesundheitsladen und der Gesundheitshäuser in Genossenschaften und die Selbstorganisation sowie die heilsame Selbstwirksamkeit im Gegensatz zu Angst, den Depressionen und dem Jammern …
Daniel Feldhendler: Psychodrama und Theater der Unterdrückten 1992 verlag Wilfried Nold Frankfurt / Main
Melanie Axter: Das Theater der Unterdrückten Augusto Boals und seine Präsentation in der Gegenwart ibidem.eu Stuttgart 2001
Jutta Fürst, Klaus Ottomeyer, Hildegard Pruckner (Hg.) Psychodrama-Therapie, Ein Handbuch facultas 2004 Wien